Interview mit Christian Wolf, dem Gründer von WIRKAUFENS

Chris Wolf

Chris Wolf

Für die meisten Menschen gibt es drei Standardausreden um nur nicht den Mut aufbringen zu müssen, den Schritt in die Selbständigkeit zu machen – Nr. 1: „Ich bin zwar BWLer aber mir fehlt die nötige Idee“,  Nr. 2: „Mir fehlt das nötige Startkapital“, oder Nr. 3: „Ich habe keine Kontakte in der Branche und kenne mich da nicht aus“.  Für die meisten bleibt es dann dabei irgendwann beim Zeitungslesen zu ihrer Frau zu sagen: „Die Idee hatte ich auch mal, hätte ich auch machen können.“ Die anderen nennt man Unternehmer. Denn die unternehmen was, suchen Ideen, setzen Ideen in die Realität um indem sie andere dafür begeistern, tragen das finanzielle und soziale Risiko zu scheitern und lernen alles was man wissen muss „along the way“. Wenn man sich nicht den Ausreden hingibt sondern diese Punkte konstruktiv und kreativ angeht, kann man sich irgendwann an den Früchten der eigenen Arbeit erfreuen: eine vielleicht etwas unrealistische Idee in die Wirklichkeit umzusetzen und zu sehen dass es eben doch funktioniert und vielleicht sogar noch andere ernähren kann. Bei WIRKAUFENS sind wir mittlerweile 40 Mitarbeiter und das ist auch gut so, denn es gibt nichts inspirierendes als sich mit anderen auszutauschen und besonders als Unternehmer nicht nur im eigenen Saft zu schmoren. Natürlich ist man auch als eigener Chef gewissen Kennzahlen wie den Umsatzgrößen unterworfen.  Gutes Wetter ist ja bekanntlich Gift für den E-Commerce, doch in der Gemeinschaft lässt sich vieles einfacher realisieren und auch die gute Laune teilen. So halten wir jeden Morgen unser Guten Morgen Meeting ab, bei dem wir innerhalb von 15 Minuten zuerst die freudigen Nachrichten des Tages teilen, von kleinen Dingen wie z.B.: „Mein Sohn hat sich heute seine Schnürsenkel allein zu gebunden“ bis hin zu: „Wir haben den besten Tagesumsatz in der Firmengeschichte eingefahren“. Das stimmt alle glücklich und erst danach kommen die wichtigen Kennzahlen des Tages oder die Hinweise auf Engpässe.  Engpässe oder Probleme lösen wir sofort  auf dem kurzen Dienstweg oder direkt im Anschluss an das Meeting. Auch in einem Start-Up Unternehmen kommt irgendwann der Schritt wo man skalieren und Hierarchiestufen einführen muss, damit der Laden überhaupt noch gemanaged werden kann. Gerade bei unserer Geschäftsidee, dem Handel mit gebrauchten Elektronikartikeln war die Förderung und Unterstützung der Kowa äußerst wichtig. Wir konnten so nötige Kompetenzen wie den Rechtsanwalt und den Steuerberater finanzieren und unsere eigenen Investitionen besser in die Entwicklung der Webseite stecken.

Das Interview führte Alexander Klebe für den kowa Gründungsservice an der Europa-Universität Viadrina.

Juni 2011

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